Gert Hager

Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim

Gedenken an den 23. Februar 1945.

Der 23. Februar 1945 war ein grauenvoller und mit bloßen Worten nicht zu beschreibender Tag der fast vollkommenen Zerstörung unserer Stadt. Und so gehört das Gedenken an dieses Inferno zu einer wichtigen Aufgabe, auch in diesem Jahr wieder mit mehreren von der Stadt gestalteten Programmpunkten. Den Anfang machte gestern die zentrale Gedenkfeier am Hauptfriedhof, der rund 250 Bürgerinnen und Bürger folgten.

Redebeiträge, Gedenkworte, Kranzniederlegungen und das Gebet umrahmten die würdevolle Veranstaltung. Zum Abschluss wurde das Wandernagelkreuz des Nagelkreuzzentrums Pforzheim an Repräsentanten des Edith-Stein-Unesco-Gymnasiums Bretten übergeben, wo es als Leihgabe nun ausgestellt wird.

Der abendlichen Gedenkkundgebung auf dem Marktplatz folgten mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger und Vertreter aller großen Religionen – auf dem Marktplatz und auf der Rednerbühne. Traditionell ist unsere Gedenkkundgebung auch eine Veranstaltung des Dialogs.

Gedenken an Fritz Erler.

Fritz Erler, ehemaliger Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag und einstiger Bundestagsabgeordneter für unsere Stadt, starb vor 50 Jahren am 22. Februar 1967. Zu seinem Gedenken fand gestern eine Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof statt, zu der auch Mitglieder seiner Familie, der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Fritz-Erler-Forums eingeladen waren.

Fritz Erler lebte von 1953 bis zu seinem Tode in Pforzheim und war einer der bekanntesten Politiker seiner Zeit. Zugunsten von Willy Brandt verzichtete er auf eine Kanzlerkandidatur für die SPD und verstarb mit nur 53 Jahren tragisch und viel zu früh. Vielen Pforzheimern ist die Trauerfeier, die am 28. Februar 1967 mit militärischen Ehren in Pforzheim abgehalten wurde und zu der viele Politiker aus Land und Bund anwesend waren, in bleibender Erinnerung.

Ehrung von Rolf Constantin für 20 Jahre Gemeinderatsmitarbeit.

Am gestrigen Dienstag hatte ich die Ehre, Stadtrat Rolf Constantin für 20 Jahre Mitarbeit im Gemeinderat zu gratulieren. Seit 1997 ist Rolf Constantin ein sehr aktives, über die Fraktionen und Gruppierungen hinweg respektiertes Mitglied des Gemeinderates. Sein Schwerpunkt ist – einem ehemaligen Schulrektor würdig – Soziales und Kultur, aber allein in dieser und der letzten Legislaturperiode ist Constantin in nicht weniger als sieben Ausschüssen aktiv gewesen und immer noch aktiv. Zusätzlich ist er seit 17 Jahren gemeinderätlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters und hat in diese Funktion unzählige repräsentative Aufgaben übernommen.

Ehrung von Rolf Constantin durch OB Gert Hager

Nicht vergessen werden darf Rolf Constantins Engagement für „seinen“ Stadtteil Haidach, für das er immer engagierter und respektierter Fürsprecher war und ist.

Besuch auf der Inhorgenta in München.

Die Inhorgenta München gehört zu den wichtigsten Schmuck- und Uhrenmessen in Europa und läutet traditionell das Messejahr der Branche ein. Für Pforzheimer Schmuck- und Uhrenfirmen ist die Inhorgenta zudem eine „Heimatmesse“ und dieses Jahr zusätzlich auch eine wichtige Plattform zur Bewerbung unseres Schmuckjubiläums Goldstadt 250, wie durch Werbemittel vor Ort eindrucksvoll gezeigt wird.

Es ist dabei sehr erfreulich, dass die allermeisten Pforzheimer Schmuckunternehmen sich als Botschafter von Goldstadt 250 verstehen und sehr aktiv tätig sind. Beispielsweise hat die Firma Leo Wittwer gleich eine komplette Vitrine als Goldstadt-250-Vitrine umfunktioniert, die mir Geschäftsführer Frank Maier vorführte.

Goldstadt 250 in einer Vitrine von Leo Wittwer auf der Inhorgenta; von links: OB Gert Hager, Frank Maier (Geschäftsführer Leo Wittwer)

Schmuck aus Pforzheim wurde auch am Samstagabend präsentiert, hier beispielsweise vom Unternehmen Gellner.

Nicht zu vergessen ist, dass die Inhorgenta traditionell auch ein starker Seminaranbieter ist. Viele Selbstständige, Freiberufler und kleine Firmen finden sich auf der Inhorgenta regelmäßig auch zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung ein. Ein ideales Umfeld für die Schmuck- und Uhrenwirtschaft und letztlich auch eine sehr gute Werbefläche für unseren Standort und für Goldstadt 250.

Das Rathaus ist (vorübergehend) gestürmt! 😉

Das Unvermeidbare der fünften Jahreszeit ist heute wieder über mich hereingebrochen – das Rathaus wurde gestürmt! Rund 150 Vertreter der Karnevalsgesellschaften aus Pforzheim und dem Enzkreis waren am heutigen Samstagvormittag auf dem Marktplatz und riefen lautstark um Einlass und um symbolische Aushändigung des Rathausschlüssels. Da muss ich auch als Oberbürgermeister vorübergehend kapitulieren.

Als „Goldschmied“ (passend zum Schmuckjubiläum) konnte ich wenigstens noch meine Rede verlesen, die selbstverständlich in Pforzheimer Mundart verfasst und gehalten wurde:

Verehrte Herrn, verehrte Damen
wie schön, dass Sie heut alle kamen.
Als Goldschmied heiß ich Euch willkommen
und des hat einen Grund, der sonnen-

klar ist hier und dieser Zeiten
da all die frohe Kund’ verbreiten
vom Jubeljahr mit viel Tam-tam
weil einst im Waisenhaus begann –

was unser Pforze ließ erstrahle
in goldne Farbe viele Jahr.
Des will ich euch kurz ausmale
wie des damals ung’fähr war.

 

Mit dem Autran, da ging es los,
des war ein Uhrmacher-Franzos’.
Der durft’ zum Markgraf einst im Lenz
hochg’stoche hieß des: „Audienz“.

Autran die richt’gen Töne traf.
Die gingen glatt durch Mark und Graf.
Der gab ihm dann auch seinen Seg’
hochg’stoche hieß des: „Privileg“.

Im Waisenhaus gab’s bald den Schmuck
und der Erfolg, der kam ruck-zuck
schon bald galt Pforze – i schwätz’ koin Senf! –
in der Welt als „kleines Genf“.

Als Zentrum für hübsches Geschmeide
konnt’ uns praktisch jeder leide.
Ob echt, ob unecht, Hauptsach’ schee
hochg’stoche hieß des dann: „Doublé“.

250 Jahre sind vergange’
seit der Entscheidung mit Gewicht.
Des isch doch wert, ä Feschd z’feire,
über des man lang no spricht!

Weiter als d’Rassler einst werde se laufe,
um unsre Festivalkarte z’kaufe.
Doch ich will euch net zu viel erzähle,
aus’m Programm könnt’ ihr selber wähle.

 

Apropos wähle, des isch so a Sach
bald gibt’s u’glaublich viel zum Votiere
Macht’s net wie die in den U–S–A
die ändern doch nix, diese Trump–eltiere.

Ob Präsident, ob Kanzler gar
entschieden wird des dieses Jahr.
Nicht zuletzt im Mai, so um den Dreh
wählt Pforze sich auch ’nen OB.

Ob Goldstadt hin, ob Jubel her,
ich find, der hat es ganz schön schwer.
Legt Hand uffs Herz und lasst mich lausche:
Wer von euch will schon mit dem tausche?

Es stimmt, es gibt noch viel zu schaffe:
’s Zentrum, d’Bäder, ’s Straßenpflaster.
Bloß muss man dabei eines raffe:
Der Stadt, der fehlt’s an Zaster.

Vielleicht muss ich’s noch lauter fiepen:
Wir bräuchte einfach viel mehr Piepen!
Da geht’s uns wie einst Nofretete,
es fehlt der Schotter und die Knete!

Es isch wie’s isch, ich sag es doch,
hochg’stoche nennt man’s: „Haushaltsloch“.
Jetzt hör ich auf zu insistiere’
Ich seh doch, dass die Damen friere.

Zum Glück muss des alles i ned richte,
als kleiner Goldschmied kann ich dichte.
Doch dem, der sich der Sach’ annimmt,
dem wünsch’ ich ganz viel Rückenwind!

 

Eins muss noch raus, bevor ich geh’
nehmt’s als mein Goldstadt-Plädoyer.
Land ich damit auch nur mäßig Lacher:
’s braucht koi Besserwisser, sondern Bessermacher!

Jetzt hab ich lang genug sinniert,
ich seh, dass auch ihr Herren friert.
Ich hab mei’ Schuldigkeit getan
und schwenk für Euch die weiße Fahn.

’Nen Schlüssel hab ich für die Tür,
den soll ich übergeben.
Ich überlass’ Euch Narren alles hier
und hör jetzt auf mit reden!

Wichtiger Hinweis für alle Bürgerinnen und Bürger, die in den nächsten Tagen Amtsgeschäfte im Rathaus verrichten wollen: Das Rathaus ist „nur“ symbolisch gestürmt und selbstverständlich gehen alle Amtsgeschäfte so weiter wie üblich.

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